Gustav Freytag: Die verlorene Handschrift (1864)
摘要
Zum Zeitpunkt des Erscheinens seines fünfbändigen Romans Die verlorene Handschrift hatte Gustav Freytag (1816–1895) eine vielseitige und wechselhafte Karriere hinter sich: Von 1839 bis mindestens 1844 war er als Privatdozent für deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Breslau tätig, nach einer gescheiterten Bewerbung auf eine Professur wurde er mit der Inszenierung seines Schauspiels Die Valentine in Leipzig (1847) als Dramenautor bekannt. Ab 1848 gab er gemeinsam mit Julian Schmidt die Zeitschrift Die Grenzboten heraus, in der er nunmehr durch journalistische Tätigkeit seine nationalliberalen Ansichten verbreitete (von zur Mühlen 2016, 100) und, mit Schmidt, seine Realismus-Konzeption entwarf. 1855 war ihm der Durchbruch als Romanautor mit dem Bestseller Soll und Haben geglückt.