Zur Geschichte des deutschsprachigen Campusromans
摘要
Die Geschichte des Campusromans ist zumindest für den maßgeblichen englischsprachigen Anteil bis zu den 1990er Jahren relativ gut aufgearbeitet – auf Deutsch –, und zwar dank der beiden umfassenden Studien der Anglisten Wolfgang Weiß (1988) und Heinz Antor (1966). Weiß stellt an einer seither wiederholt zitierten Stelle die Frage nach einem deutschsprachigen Campusroman bzw. nach den Gründen von dessen Abwesenheit. Er führt zwei Gründe an, warum sich im deutschen Sprachraum kein vergleichbares Genre herausgebildet habe: das Fehlen von Universität wie Oxford und Cambridge als Sinnbild für das ‚Universitäre‘ sowie einen vermeintlichen Unterschied in den „strukturellen und funktionalen Eigenarten“ (ebd.). Die Universität sei im angloamerikanischen Bereich „im Gegensatz zum Deutschen kein Ort, der nur zum Lehren und Lernen aufgesucht wird, sondern wo sich in den Colleges, im [sic!] Campus und in den Common Rooms ein soziales Leben mit der ganzen Vielfalt von Kontakten und Beziehungen entfalten kann“ (1988, 4).