Literarische Übersetzung und die Diskordanz der Zeitformen in der Gegenwartsliteratur
摘要
Die Studie untersucht in Anlehnung an Christophe Charles Konzept der Discordance des temps die Taxonomie verschiedener Zeit-Formen im Feld der Gegenwartsliteratur mit Fokus auf der literarischen Übersetzung. Im Spannungsfeld zwischen dem ökonomischen Pol der beschleunigten heteronomen Zeiteinwirkung und dem autonomen Pol der literarischen Eigenzeit werden insbesondere die zeitlichen Übersetzungsformen im literarischen Mittelbereich rund um den Deutschen Buchpreis und den Leipziger Buchpreis untersucht. Schließlich werden auch am autonomen Pol neue temporale Mischformen anhand der selbstreflexiven Verbindung von Autorschaft und Übersetzen aufgezeigt: einerseits am Beispiel von zeitlich bestimmten Übersetzungspoetiken, andererseits anhand von Céciles Wajsbrots Roman Nevermore (2021) in der Übersetzung von Anne Weber.