Verzeichnisse validieren
摘要
Die von Carlos Spoerhase vorgeschlagene Differenzierung zwischen Namenlosigkeit und Anonymität erlaubt es nicht nur, Situationen zu beschreiben, in denen namentlich unsignierte Bücher als nicht-anonyme Werke rezipiert werden, weil die Zuordnung ihrer Autorschaft wie in den Fällen von Goethes Werther oder von Bürgers Xenophon-Übersetzung auf der bibliographischen Ebene längst abgebildet worden ist. Sie macht umgekehrt auch Rezeptions-Szenen plausibel, in denen Werke trotz einer vorhandenen peritextuellen Signatur gleichsam als anonyme Schriften aufgefasst werden, da die Referenzierung einer konkreten Urheberschaft aufgrund eines defizitären Informationsstandes nicht gegeben ist – wobei es naheliegt, diesen Informationsmangel zuallererst als einen bibliographischen zu charakterisieren. Ein Beispiel dafür liefern die Neuen Leipziger Gelehrten Anzeigen vom 15. September 1792, in denen wenige Wochen vor Beginn der Michaelismesse die bibliographischen Folgen eines offensichtlich unsachgemäßen Umgangs mit dem zurückliegenden Ostermesskatalog aufgearbeitet werden.