Revolte der Verse. Zur poetischen Marronnage zwischen Aimé und Suzanne Césaire
摘要
Aimé Césaires prominentes Langgedicht Cahier d’un retour au pays natal zelebriert eine poetische Revolte zwischen Négritude und Surrealismus. In den verschiedenen Fassungen von 1939 bis 1956 wird immer wieder um und gegen die regelmäßige französische Metrik gerungen. Mallarmés Diagnose von der Krise des Verses wird hier produktiv genutzt, um zu einer neu erfundenen Sprache zu finden. Indem Poesie sich allmählich aus der Prosa herauslöst und in polyrhythmische Formen übergeht, wird sie zum Ausdruck politischer Befreiung. Suzanne Césaires Essays bringen diesen Kampf poetologisch auf den Punkt. Ihre avantgardistischen Strategien – Maskerade und Tarnung, Kannibalisierung des Surrealismus, feminine Négritude, pflanzliche Poetik – stellen ein politisches und poetisches Vermächtnis dar, das den Produktionsprozess des Cahier eng begleitet. Das zeigt auch ihr Kommentar zu einer zentralen Cahier-Strophe, mit dem sie 1962 Janheinz Jahn auf Übersetzerfragen antwortet.