Weißraum-Varianten, Umbruch-Übersetzungen. Typografische Konditionen poetischer Vertextung
摘要
Anschließend an Positionen der Schriftbildlichkeits- und Typografieforschung befasst sich der Aufsatz mit dem gattungstheoretischen Verhältnis von Vers und Prosa und nimmt dabei im Besonderen den Satzspiegelzwischenraum bzw. harten Zeilenumbruch am Ende der Verszeile in den Blick. Wurde dieser Umbruch bislang maßgeblich als visuelle Markierung einer rhythmischen Zäsur und als gestaltbildendes Moment insbesondere der Lyrik begriffen, lässt sich diesen beiden typografisch vermittelten Funktionen, so die These, ein (para-)grammatisches Funktionspotential beifügen. Entlang der Lektüren von Versifikations- und Prosifikationsverfahren von Raymond Queneau und Oskar Pastior zeigt sich der harte Zeilenumbruch als ein syntagmatisch operierendes Konstruktions- und Kopplungsmoment, das im Falle der schriftlichen Versbildung hochgradig spezifisch Segmentierung organisiert und im Sinne einer ‚ungeregelten Interpunktion‘ semantisch wirksam wird.