Ilse Aichingers Maulwürfe. Tunnelwege zwischen Prosa und Vers
摘要
Ilse Aichinger schreibt und veröffentlicht nach 1945 zunächst nur Prosa. Erst Mitte der 1950er Jahre beginnt sie, Gedichte in freien Versen zu verfassen. Der Beitrag nimmt diese Schreibphase in den Blick und zeigt, wie Aichinger im Schriftbild Übergänge zwischen Prosa und Vers auslotet. An den Erstdrucken in Zeitschriften und an den hand- und schreibmaschinenschriftlichen Entwürfen aus dieser Zeit lässt sich erkennen, dass Aichinger durch eine von Sätzen ausgehende Arbeit auf dem Papier zur Versform gelangt. In produktionsästhetischer Perspektive erweisen sich die Gedichte Aichingers als Verdichtungen, die durch Kürzung, Fragmentierung und Segmentierung von Prosa entstehen.