„dann überschleicht einen unversehens die klingelnde Gewohnheit des Silbenfalls“ – Vers-Prosa-Interferenzen bei Heinrich Heine
摘要
Der Artikel diskutiert Interferenzen und Interaktionen von Vers und Prosa in Heinrich Heines Schriften „Briefe aus Berlin“ (1822), „Die Harzreise“ (1826) und den Vorreden zum Buch der Lieder (1837 und 1839). Gefragt wird nach der Funktion der Vers-Einschübe in die Prosatexte auf inhaltlicher, formaler und den Schreibprozess selbst reflektierender poetologischer Ebene. Dabei interessiert insbesondere, inwiefern Heines Gestaltung von Versen im Prosazusammenhang und die daran geknüpfte Textbewegung der Wendung mit seiner kritischen Reflexion eines ‚voranstrebenden‘ Text- und Geschichtsverlaufs und der Forderung einer revolutionären Umwendung bestehender Verhältnisse verbunden ist. Besonders berücksichtigt wird dabei die mit den Versen verbundene Frage nach erhöhter Reflexion sprachlicher Materialität und Körperlichkeit und deren möglicher Verknüpfung mit Heines sensualistischem Programm der Hinwendung zu Körperlichkeit und Materie als Ausgangspunkt eines umfassenden Befreiungsszenarios.