Die (un)mögliche Prosa. Stéphane Mallarmés Le Démon de l’analogie
摘要
Stéphane Mallarmés Werk stellt eine Zäsur in der Literaturgeschichte dar, die sich auf unterschiedliche Weise äußert und bis heute nachwirkt. Im Zentrum seines Schaffens steht der Vers, dessen große Tradition in der französischen Literatur mit dem alexandrinischen Versmaß lange unumstößlich erschien, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch eine zunehmende Veränderung erfuhr. Am Beispiel von Mallarmés Prosagedicht Le Démon de l’analogie spürt der Aufsatz dem Spannungsverhältnis nach, in dem sich Vers und Prosa begegnen. Anhand der rätselhaften, das Gedicht strukturierenden Phrase ‚La Pénultième est morte‘ wird gezeigt, dass ihm eine Ästhetik der Analogie zugrunde liegt, die sich auf das Verhältnis zwischen (Text-)Realität und Vorstellungswelt ebenso beziehen lässt wie auf die intertextuellen Referenzen, von denen das Gedicht durchsetzt ist. Neben Verweisen auf die gemeinhin als erste Sammlung von Prosagedichten in französischer Sprache bezeichnete Dichtung Gaspard de la nuit von Aloysius Bertrand betrifft dies insbesondere die Erzählung The Imp of the Perverse von Edgar Allan Poe.