Das folgende Hauptkapitel arbeitet in drei Einzelanalysen der Blogs The Blonde Abroad, Bravebird und Sojournies grundsätzliche medienästhetische Widersprüche der Reiseblogosphäre exemplarisch heraus. In multimodalen Close Readings, durch welche die verschiedenen Zeichenmodalitäten der Website (Bild- und Textsprache, Icons, grafische Felder, Hyperlinks etc.) sowohl einzeln als auch in ihrem intermedialen Zusammenspiel und ihrer hypertextuellen Weiterführung untersucht werden, wird analysiert, wie sich das Medium und seine Affordanzen wechselseitig auf die Reiseerzählung und die weiblich markierte Subjektposition auswirken. Die Beispiele stellen über ihren Blog allesamt Formen von staatsbürgerlicher Teilhabe aus, die sich jeweils als feminine, ecological und cultural citizenship klassifizieren lassen. Über das Medium Blog werden so einerseits weibliche Partizipation, Ermächtigung und Selbstdefinition vor einer mittleren oder komplexen Medienöffentlichkeit sichtbar. Andererseits, und dies zeigt sich insbesondere in der Divergenz der einzelnen Zeichenmodalitäten zueinander, fungieren die Blogs innerhalb einer kommerziellen Medienlogik, bei der Inhalte nicht zweckfrei formuliert und platziert werden, sondern durchgängig an neoliberalen Marketingmustern der Sichtbarkeit und des Konsums orientiert sind. Hierin avanciert im Speziellen weibliche Identität zum verkaufstragenden Element, das in Narration und Medienästhetik prominent hervorsticht.

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Multimodale Fallanalysen der Reiseblogs

  • Mirja Riggert

摘要

Das folgende Hauptkapitel arbeitet in drei Einzelanalysen der Blogs The Blonde Abroad, Bravebird und Sojournies grundsätzliche medienästhetische Widersprüche der Reiseblogosphäre exemplarisch heraus. In multimodalen Close Readings, durch welche die verschiedenen Zeichenmodalitäten der Website (Bild- und Textsprache, Icons, grafische Felder, Hyperlinks etc.) sowohl einzeln als auch in ihrem intermedialen Zusammenspiel und ihrer hypertextuellen Weiterführung untersucht werden, wird analysiert, wie sich das Medium und seine Affordanzen wechselseitig auf die Reiseerzählung und die weiblich markierte Subjektposition auswirken. Die Beispiele stellen über ihren Blog allesamt Formen von staatsbürgerlicher Teilhabe aus, die sich jeweils als feminine, ecological und cultural citizenship klassifizieren lassen. Über das Medium Blog werden so einerseits weibliche Partizipation, Ermächtigung und Selbstdefinition vor einer mittleren oder komplexen Medienöffentlichkeit sichtbar. Andererseits, und dies zeigt sich insbesondere in der Divergenz der einzelnen Zeichenmodalitäten zueinander, fungieren die Blogs innerhalb einer kommerziellen Medienlogik, bei der Inhalte nicht zweckfrei formuliert und platziert werden, sondern durchgängig an neoliberalen Marketingmustern der Sichtbarkeit und des Konsums orientiert sind. Hierin avanciert im Speziellen weibliche Identität zum verkaufstragenden Element, das in Narration und Medienästhetik prominent hervorsticht.