Das Kapitel liefert einen medienhistorischen Überblick über die Zusammenhänge von Reiserepräsentation, Tagebuchschreiben bzw. medientechnischer Begleitung der Reise und weiblichen Identitäten. Anhand von zwei prägnanten Beispielen aus dem frühen und späten 20. Jahrhundert -der Schweizer Reisejournalistin Annemarie Schwarzenbach und der australischen Reiseautorin Robyn Davidson - wird nachvollzogen, wie die modernistischen ‚Reisemedien‘ Fotografie und Film wechselwirkend die Repräsentationen von Reiseerfahrungen und weiblichen Identitäten bis in die heutige Zeit prägen. Die medialen Kontexte von Schwarzenbach und Davidson offenbaren, wie beide Reiseautorinnen visuell zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten inszeniert wurden. Im Falle Schwarzenbachs setzte posthum eine Fremdstilisierung ihres Reisematerials ein, welche die Reisende zur nonkonformen Nomadin und queeren Ikone kürte. Davidson konnte beobachten, wie sie als ‚Camel lady‘ zu einem feministischen Symbol mythisiert wurde. An beiden zeigen sich diachron die kapitalistischen Grundtendenzen der visuellen Vermarktung von reisenden Frauen.

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Genre-Gender-Media historisch: Annemarie Schwarzenbach und Robyn Davidson im medialen Kontext ihrer Reisetexte

  • Mirja Riggert

摘要

Das Kapitel liefert einen medienhistorischen Überblick über die Zusammenhänge von Reiserepräsentation, Tagebuchschreiben bzw. medientechnischer Begleitung der Reise und weiblichen Identitäten. Anhand von zwei prägnanten Beispielen aus dem frühen und späten 20. Jahrhundert -der Schweizer Reisejournalistin Annemarie Schwarzenbach und der australischen Reiseautorin Robyn Davidson - wird nachvollzogen, wie die modernistischen ‚Reisemedien‘ Fotografie und Film wechselwirkend die Repräsentationen von Reiseerfahrungen und weiblichen Identitäten bis in die heutige Zeit prägen. Die medialen Kontexte von Schwarzenbach und Davidson offenbaren, wie beide Reiseautorinnen visuell zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten inszeniert wurden. Im Falle Schwarzenbachs setzte posthum eine Fremdstilisierung ihres Reisematerials ein, welche die Reisende zur nonkonformen Nomadin und queeren Ikone kürte. Davidson konnte beobachten, wie sie als ‚Camel lady‘ zu einem feministischen Symbol mythisiert wurde. An beiden zeigen sich diachron die kapitalistischen Grundtendenzen der visuellen Vermarktung von reisenden Frauen.