Ökologische Umkehr – ökumenisch aufgefasst
摘要
Laudato si’ als offizielles Dokument der Katholischen Kirche in Sachen des Glaubens hat mit der Prägung des Begriffs ökologische Umkehr Neuland betreten. Die Passagen zu dieser Umkehr stellen den Versuch dar, von gesichertem theologischen Boden aus zu argumentieren: Der Begriff ökologische Umkehr wird innerhalb der Enzyklika185 als eine Erweiterung oder Vertiefung des allgemeinen Konzepts Umkehr verstanden. An verschiedenen Stellen wird in der Enzyklika die Möglichkeit angenommen, dass im Innern der primären Adressaten, der Katholiken, zwar eine Umkehr stattfindet oder bereits stattgefunden hat, aber derart, dass ihr die ökologische Seite fehlt. Das wird von den Autoren als Problem gesehen: Es gibt „engagierte und betende Christen, [die] unter dem Vorwand von Realismus und Pragmatismus gewöhnlich die Umweltsorgen bespötteln. Andere sind passiv, entschließen sich nicht dazu, ihre Gewohnheiten zu ändern, und werden inkohärent. Es fehlt ihnen also eine ökologische Umkehr, die beinhaltet, alles, was ihnen aus ihrer Begegnung mit Jesus Christus erwachsen ist, in ihren Beziehungen zu der Welt, die sie umgibt, zur Blüte zu bringen.“186 Laudato si’ scheint hier vor allem diejenigen anzusprechen, denen bereits Entscheidendes aus ihrer Begegnung mit Jesus Christus erwachsen ist. Wir möchten hier einen Schritt darüber hinaus gehen, indem wir auch diejenigen als Adressaten in den Blick nehmen, die eine Begegnung mit Jesus Christus nicht erfahren haben.