Im folgenden Hauptteil werden die literarischen Werke analysiert, wofür sie in ihren kulturgeschichtlichen sowie wissenshistorischen Referenzkontexten situiert werden, um die spezifischen narrativen Repräsentationsverfahren zu untersuchen. Es wird sich zeigen, dass die Werke jeweils selbst Speichermedien spezifischen literarischen Lebenswissens sind, das sich aus biowissenschaftlich-medizinischen, ökonomischen und kulturellen Wissensbeständen zusammensetzt. Das Lebenswissen konstituiert sich dabei durch multiple Verflechtungen der Wissensbestände, die für jedes literarische Werk dezidiert herausgearbeitet werden. Darüber hinaus wird gezeigt, dass das spezifische Lebenswissen und die textimmanenten Reflexionen dieser poetologischen Werke auf Ebene der Beschreibungsform die Grundlagen für spezifische narrative Repräsentationsverfahren darstellen. Sie sind der Katalysator für eine neue Drogen- und Rauschästhetik, in der der jeweilige Opioidkonsument – der Opium-Eater bei De Quincey, der Junkie bei Burroughs und der dope fiend als hologram bei Marlowe – auf Ebene der Darstellungstechnik zum metapoetischen Leitbild wird. Die Literatur wird dadurch zum lebenswissenschaftlichen Dispositiv und das literarische Verhandeln von Opioiden lässt sich als epistemologische Praxis verstehen.

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Analyse der literarischen Opioidwerke: Multiple Wissensverflechtungen und Literatur als Speichermedium von Lebenswissen

  • Oliver M. Pawlak

摘要

Im folgenden Hauptteil werden die literarischen Werke analysiert, wofür sie in ihren kulturgeschichtlichen sowie wissenshistorischen Referenzkontexten situiert werden, um die spezifischen narrativen Repräsentationsverfahren zu untersuchen. Es wird sich zeigen, dass die Werke jeweils selbst Speichermedien spezifischen literarischen Lebenswissens sind, das sich aus biowissenschaftlich-medizinischen, ökonomischen und kulturellen Wissensbeständen zusammensetzt. Das Lebenswissen konstituiert sich dabei durch multiple Verflechtungen der Wissensbestände, die für jedes literarische Werk dezidiert herausgearbeitet werden. Darüber hinaus wird gezeigt, dass das spezifische Lebenswissen und die textimmanenten Reflexionen dieser poetologischen Werke auf Ebene der Beschreibungsform die Grundlagen für spezifische narrative Repräsentationsverfahren darstellen. Sie sind der Katalysator für eine neue Drogen- und Rauschästhetik, in der der jeweilige Opioidkonsument – der Opium-Eater bei De Quincey, der Junkie bei Burroughs und der dope fiend als hologram bei Marlowe – auf Ebene der Darstellungstechnik zum metapoetischen Leitbild wird. Die Literatur wird dadurch zum lebenswissenschaftlichen Dispositiv und das literarische Verhandeln von Opioiden lässt sich als epistemologische Praxis verstehen.