Der gesellschaftliche Digitalisierungsprozess hat tiefgreifende psychosoziale und kulturelle Folgen. Diese werden aber in der medialen Öffentlichkeit selten aufgegriffen. Stattdessen wird dort häufig ein höheres Tempo angemahnt, wobei immer wieder das Bildungswesen in den Fokus rückt. Es fehlt aber ein öffentlich diskutierter Masterplan der Digitalisierung, der die Richtung der sich bereits ereignenden Transformation näher bestimmen würde; gleichzeitig fehlt es auch weitgehend an Begleitforschung zu den Risiken dieses Prozesses, insbesondere was mögliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche angeht: Mit sinkendem Alter der Zielgruppe steigen die Risiken der Nutzung digitaler Geräte und Programme. Nichtsdestotrotz unterstützt der deutschdidaktische Mainstream die Transformation und zielt auf einen digitalen Sprach- und Literaturunterricht, in dem die Lehrperson nach und nach ihre Schlüsselrolle einbüßt. Der Beitrag bezieht kritisch Stellung dazu und plädiert dafür, nicht gesellschaftliche und politische Trends bruchlos in den Unterricht hinein zu verlängern, sondern gegen sie zu arbeiten.

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Wie digital wollen wir werden? Das Verhältnis der Sozial- und Erziehungswissenschaften sowie der Deutschdidaktik zur Digitalisierung

  • Ulf Abraham

摘要

Der gesellschaftliche Digitalisierungsprozess hat tiefgreifende psychosoziale und kulturelle Folgen. Diese werden aber in der medialen Öffentlichkeit selten aufgegriffen. Stattdessen wird dort häufig ein höheres Tempo angemahnt, wobei immer wieder das Bildungswesen in den Fokus rückt. Es fehlt aber ein öffentlich diskutierter Masterplan der Digitalisierung, der die Richtung der sich bereits ereignenden Transformation näher bestimmen würde; gleichzeitig fehlt es auch weitgehend an Begleitforschung zu den Risiken dieses Prozesses, insbesondere was mögliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche angeht: Mit sinkendem Alter der Zielgruppe steigen die Risiken der Nutzung digitaler Geräte und Programme. Nichtsdestotrotz unterstützt der deutschdidaktische Mainstream die Transformation und zielt auf einen digitalen Sprach- und Literaturunterricht, in dem die Lehrperson nach und nach ihre Schlüsselrolle einbüßt. Der Beitrag bezieht kritisch Stellung dazu und plädiert dafür, nicht gesellschaftliche und politische Trends bruchlos in den Unterricht hinein zu verlängern, sondern gegen sie zu arbeiten.