Die achte Lesewerkstatt untersucht Bram Stokers Vampirroman Dracula (1897) psychoanalytisch als Verdichtung kultureller Ängste und verdrängter Triebe. Sie zeigt, wie der Vampirmythos in Europa entstand, sich in Literatur und Kunst niederschlug und mit Ängsten vor Sexualität, Krankheit und gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden ist. Anhand der in Stokers Roman geschilderten Reise zu Graf Dracula in Transsilvanien wird das Schloss als Metapher für das Unbewusste und Dracula als Symbol des Verdrängten gedeutet, das ins Bewusstsein drängt. Träume, Halluzinationen und die phantastische Unsicherheit zwischen Realität und Wahn, welche die Protagonisten auf der Jagd nach dem Vampir erleben, spiegeln Freuds Konzepte der Traumarbeit, der Verdrängung und des Unheimlichen. Dracula verkörpert unkontrollierte Triebhaftigkeit, sexuelle Devianz und die Angstlust der Rezipierenden. Filmische und literarische Adaptionen des Stoffs zeigen, wie sich die Figur des Vampirs zwischen Faszination und Schrecken bewegt, erotisiert und banalisiert wird, dabei aber stets als Spiegel gesellschaftlicher Verdrängungen figuriert.

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Achte Lesewerkstatt – Warum träumt Jonathan Harker von einem Vampir?

  • Oliver Lubrich,
  • Thomas Nehrlich

摘要

Die achte Lesewerkstatt untersucht Bram Stokers Vampirroman Dracula (1897) psychoanalytisch als Verdichtung kultureller Ängste und verdrängter Triebe. Sie zeigt, wie der Vampirmythos in Europa entstand, sich in Literatur und Kunst niederschlug und mit Ängsten vor Sexualität, Krankheit und gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden ist. Anhand der in Stokers Roman geschilderten Reise zu Graf Dracula in Transsilvanien wird das Schloss als Metapher für das Unbewusste und Dracula als Symbol des Verdrängten gedeutet, das ins Bewusstsein drängt. Träume, Halluzinationen und die phantastische Unsicherheit zwischen Realität und Wahn, welche die Protagonisten auf der Jagd nach dem Vampir erleben, spiegeln Freuds Konzepte der Traumarbeit, der Verdrängung und des Unheimlichen. Dracula verkörpert unkontrollierte Triebhaftigkeit, sexuelle Devianz und die Angstlust der Rezipierenden. Filmische und literarische Adaptionen des Stoffs zeigen, wie sich die Figur des Vampirs zwischen Faszination und Schrecken bewegt, erotisiert und banalisiert wird, dabei aber stets als Spiegel gesellschaftlicher Verdrängungen figuriert.