In folgendem Kapitel wird der Konformitätsdruck innerhalb der Polizei in Anlehnung an das „Asch-Experiment“ untersucht. Zunächst werden im theoretischen Teil verschiedene Arten des sozialen Einflusses erläutertet. In diesem Zusammenhang wird auch das „Asch-Experiment“ betrachtet. Anschließend wird auf die unterschiedlichen Motivationen für konformes Verhalten des Individuums eingegangen. Darauffolgend werden die konformitätsfördernden Faktoren dargestellt. Im Kapitel des methodischen Vorgehens werden anschließend das Forschungsdesign und die für die Untersuchung entwickelten Fragebögen vorgestellt. Daran anknüpfend wird folgende Hypothese präsentiert: „Je höher die fingierte Zustimmungsrate, desto höher ist auch die Zustimmungsrate bei den Befragten“. In dem experimentellen Fragebogen werden vier Situationen geschildert, welche im Alltag einer Polizistin oder eines Polizisten auftreten könnten. Als Antwortmöglichkeiten werden verschiedene Handlungsalternativen aufgeführt, welche durch die Befragten jeweils bewertet werden. Zu jeder Antwortmöglichkeit wurde eine Zustimmungsrate fingiert. Um im Anschluss analysieren zu können ob sich das Antwortverhalten der Befragten durch die Zustimmungsrate beeinflussen ließ, wurde ein Kontroll-Fragebogen ohne fingierte Zustimmungsraten verfasst. Die Fragebögen wurden mittels Zufallsprinzip an die verschiedenen Studiengruppen der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen (im Folgenden als HfPol BW bezeichnet) versandt. Bei der Stichprobe handelt es sich um N = 322 Studierende der HfPol BW. Unter den Studierenden befanden sich sowohl Aufsteiger aus dem mittleren Polizeivollzugsdienst, als auch Direkteinsteiger. Bei der Auswertung der Ergebnisse mittels T-Test konnte festgestellt werden, dass die fingierte Zustimmungsrate zu einer signifikanten – teilweise sogar höchst signifikanten – Beeinflussung des Antwortverhaltens der Befragten führte. Zudem konnte herausgefunden werden, dass sowohl Dienstalter, als auch das Geschlecht keine maßgebliche Rolle bezüglich der Manipulation spielen. So kann gesagt werden, dass sich sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen beeinflussen lassen. In Bezug auf das Dienstalter konnten Korrelationen festgestellt werden. Zum Abschluss werden die aus der Auswertung der Fragebögen gewonnenen Erkenntnisse interpretiert und diskutiert.

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Gruppenzwang bei der Polizei: Welche Faktoren spielen bei der Ausprägung der Stärke des Gruppenzwangs eine entscheidende Rolle? Eine experimentelle Untersuchung in Anlehnung an das „Asch-Experiment“

  • Nicole Sieber

摘要

In folgendem Kapitel wird der Konformitätsdruck innerhalb der Polizei in Anlehnung an das „Asch-Experiment“ untersucht. Zunächst werden im theoretischen Teil verschiedene Arten des sozialen Einflusses erläutertet. In diesem Zusammenhang wird auch das „Asch-Experiment“ betrachtet. Anschließend wird auf die unterschiedlichen Motivationen für konformes Verhalten des Individuums eingegangen. Darauffolgend werden die konformitätsfördernden Faktoren dargestellt. Im Kapitel des methodischen Vorgehens werden anschließend das Forschungsdesign und die für die Untersuchung entwickelten Fragebögen vorgestellt. Daran anknüpfend wird folgende Hypothese präsentiert: „Je höher die fingierte Zustimmungsrate, desto höher ist auch die Zustimmungsrate bei den Befragten“. In dem experimentellen Fragebogen werden vier Situationen geschildert, welche im Alltag einer Polizistin oder eines Polizisten auftreten könnten. Als Antwortmöglichkeiten werden verschiedene Handlungsalternativen aufgeführt, welche durch die Befragten jeweils bewertet werden. Zu jeder Antwortmöglichkeit wurde eine Zustimmungsrate fingiert. Um im Anschluss analysieren zu können ob sich das Antwortverhalten der Befragten durch die Zustimmungsrate beeinflussen ließ, wurde ein Kontroll-Fragebogen ohne fingierte Zustimmungsraten verfasst. Die Fragebögen wurden mittels Zufallsprinzip an die verschiedenen Studiengruppen der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen (im Folgenden als HfPol BW bezeichnet) versandt. Bei der Stichprobe handelt es sich um N = 322 Studierende der HfPol BW. Unter den Studierenden befanden sich sowohl Aufsteiger aus dem mittleren Polizeivollzugsdienst, als auch Direkteinsteiger. Bei der Auswertung der Ergebnisse mittels T-Test konnte festgestellt werden, dass die fingierte Zustimmungsrate zu einer signifikanten – teilweise sogar höchst signifikanten – Beeinflussung des Antwortverhaltens der Befragten führte. Zudem konnte herausgefunden werden, dass sowohl Dienstalter, als auch das Geschlecht keine maßgebliche Rolle bezüglich der Manipulation spielen. So kann gesagt werden, dass sich sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen beeinflussen lassen. In Bezug auf das Dienstalter konnten Korrelationen festgestellt werden. Zum Abschluss werden die aus der Auswertung der Fragebögen gewonnenen Erkenntnisse interpretiert und diskutiert.