Ernst Ludwig Kirchner, der große deutsche Maler, verbrachte seine letzten 20 Jahre in Davos, Schweiz, und erschoss sich am 15. Juni 1938. 80 Jahre später leitete ich in Davos einen Workshop für Allgemeinmediziner. In der Hauptstraße befindet sich die Kirchner-Galerie. Kirchners expressionistische Gemälde mit ihren unverkennbaren Farben findet man in Gemäldegalerien auf der ganzen Welt. Ernst Ludwig Kirchner wurde 1880 geboren. Er studierte Architektur in Dresden, begann aber bald, zu malen, zog nach Berlin und wurde Mitglied der „Brücke“, einer Gruppe avantgardistischer Maler in Deutschland. Er sah sich selbst als einen der wenigen legitimen Nachfolger von Albrecht Dürer, dem berühmten deutschen Renaissance-Maler, Zeichner und Kupferstecher (1471–1528). Kirchner zog nach Davos, seine Gemälde wurden jedoch hauptsächlich in Deutschland ausgestellt und verkauft. Alles änderte sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Das Regime bestimmte von nun an, was deutsche Kunst war. Über 630 Kirchner-Gemälde wurden aus deutschen Kunstmuseen entfernt. In der Sonderausstellung „Entartete Kunst“ (ursprünglich „Schandausstellung“), die später als Wanderausstellung durch das ganze Land reiste und Massen von Menschen anzog, wurden die von den Nationalsozialisten diffamierten Gemälde der „reinen deutschen Kunst“ gegenübergestellt. Die Presse berichtete in sensationell aufgemachten Artikeln über die Ausstellung. Es war der perfekte Weg, Künstler an den Pranger zu stellen. Am 15. Juni 1938 zerstörte Kirchner einige seiner Gemälde und Skulpturen und schoss sich mit seiner Pistole durch das Herz. Er starb offenbar mit dem deutschen Diplom seines frühen Architekturstudiums in der Brusttasche.

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Unter hohem emotionalem Stress verlieren wir das Gefühl unserer Identität

  • Konrad Michel

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Ernst Ludwig Kirchner, der große deutsche Maler, verbrachte seine letzten 20 Jahre in Davos, Schweiz, und erschoss sich am 15. Juni 1938. 80 Jahre später leitete ich in Davos einen Workshop für Allgemeinmediziner. In der Hauptstraße befindet sich die Kirchner-Galerie. Kirchners expressionistische Gemälde mit ihren unverkennbaren Farben findet man in Gemäldegalerien auf der ganzen Welt. Ernst Ludwig Kirchner wurde 1880 geboren. Er studierte Architektur in Dresden, begann aber bald, zu malen, zog nach Berlin und wurde Mitglied der „Brücke“, einer Gruppe avantgardistischer Maler in Deutschland. Er sah sich selbst als einen der wenigen legitimen Nachfolger von Albrecht Dürer, dem berühmten deutschen Renaissance-Maler, Zeichner und Kupferstecher (1471–1528). Kirchner zog nach Davos, seine Gemälde wurden jedoch hauptsächlich in Deutschland ausgestellt und verkauft. Alles änderte sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Das Regime bestimmte von nun an, was deutsche Kunst war. Über 630 Kirchner-Gemälde wurden aus deutschen Kunstmuseen entfernt. In der Sonderausstellung „Entartete Kunst“ (ursprünglich „Schandausstellung“), die später als Wanderausstellung durch das ganze Land reiste und Massen von Menschen anzog, wurden die von den Nationalsozialisten diffamierten Gemälde der „reinen deutschen Kunst“ gegenübergestellt. Die Presse berichtete in sensationell aufgemachten Artikeln über die Ausstellung. Es war der perfekte Weg, Künstler an den Pranger zu stellen. Am 15. Juni 1938 zerstörte Kirchner einige seiner Gemälde und Skulpturen und schoss sich mit seiner Pistole durch das Herz. Er starb offenbar mit dem deutschen Diplom seines frühen Architekturstudiums in der Brusttasche.