Fernhochschulen ermöglichen den Zugang zu Hochschulbildung unter Wahrung zeitlicher und räumlicher Flexibilität. Dazu sind im Vergleich zu Präsenzhochschulen in der Regel andere Lehrformate notwendig, die eine asynchrone Vermittlung von Wissen und Kompetenzentwicklung fördern. Die direkte, synchrone Interaktion unten den Studierenden sowie zwischen Studierenden und Lehrenden tritt in den Hintergrund. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die Entwicklung von Kernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung. Andererseits ermöglichen Fernhochschulen durch die erwähnte Flexibilität Personen den Zugang zu Hochschulbildung, für die Präsenzangebote aus unterschiedlichsten Gründen keine Alternative darstellen. Während dieser Umstand an sich bereits den Zugang zu Hochschulbildung erweitert, ergeben sich aus den persönlichen Umständen der Studierenden auch Chancen hinsichtlich der Entwicklung von Kernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung. Durch die häufig bereits berufstätigen Fernstudierenden wird der Transfer von Praxis in Lehre und Forschung und umgekehrt begünstigt. In diesem Beitrag werden die Grundlagen der Verankerung von BNE an Fernhochschulen, die besondere Herausforderung bei der Schaffung von gemeinschaftlichen Lernräumen für Fernstudierende sowie eine hohe Transferorientierung als besondere Chance einer nachhaltigkeitsorientierten Fernlehre diskutiert und anhand von Erfahrungen an der Europäischen Fernhochschule (Euro-FH) beschrieben. Der vorliegende Beitrag vermittelt folglich einen Eindruck, wie Nachhaltigkeit in der Fernhochschullehre in den Curricula, aber auch auf Modul- und Materialebene verankert werden kann. Ferner bieten diese Einsichten auch Ansätze für die Präsenzlehre, etwa hinsichtlich des Transfers zwischen Berufspraxis, Lehre und Forschung.

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Überall, jederzeit – und nachhaltig? Herausforderungen und Chancen der Nachhaltigkeitslehre an Fernhochschulen

  • Nils Aschhoff,
  • Stefan Müller-Teusler

摘要

Fernhochschulen ermöglichen den Zugang zu Hochschulbildung unter Wahrung zeitlicher und räumlicher Flexibilität. Dazu sind im Vergleich zu Präsenzhochschulen in der Regel andere Lehrformate notwendig, die eine asynchrone Vermittlung von Wissen und Kompetenzentwicklung fördern. Die direkte, synchrone Interaktion unten den Studierenden sowie zwischen Studierenden und Lehrenden tritt in den Hintergrund. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die Entwicklung von Kernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung. Andererseits ermöglichen Fernhochschulen durch die erwähnte Flexibilität Personen den Zugang zu Hochschulbildung, für die Präsenzangebote aus unterschiedlichsten Gründen keine Alternative darstellen. Während dieser Umstand an sich bereits den Zugang zu Hochschulbildung erweitert, ergeben sich aus den persönlichen Umständen der Studierenden auch Chancen hinsichtlich der Entwicklung von Kernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung. Durch die häufig bereits berufstätigen Fernstudierenden wird der Transfer von Praxis in Lehre und Forschung und umgekehrt begünstigt. In diesem Beitrag werden die Grundlagen der Verankerung von BNE an Fernhochschulen, die besondere Herausforderung bei der Schaffung von gemeinschaftlichen Lernräumen für Fernstudierende sowie eine hohe Transferorientierung als besondere Chance einer nachhaltigkeitsorientierten Fernlehre diskutiert und anhand von Erfahrungen an der Europäischen Fernhochschule (Euro-FH) beschrieben. Der vorliegende Beitrag vermittelt folglich einen Eindruck, wie Nachhaltigkeit in der Fernhochschullehre in den Curricula, aber auch auf Modul- und Materialebene verankert werden kann. Ferner bieten diese Einsichten auch Ansätze für die Präsenzlehre, etwa hinsichtlich des Transfers zwischen Berufspraxis, Lehre und Forschung.