Dieser Beitrag leistet durch identitätstheoretische Zugänge einen Beitrag zur Theoriebildung in der BBNE. Ausgehend von der Nachhaltigkeitsstrategie der UNESCO und empirischen Befunden zur Diskrepanz zwischen nachhaltigkeitsbezogenem Wissen und Handeln postuliert er, dass BBNE die Förderung der beruflichen Identitätsentwicklung junger Menschen zwingend erfordert. Dieses Postulat wird mit empirischen Befunden und theoretischen Reflexionen aus dem Kontext der nichtakademischen Berufsbildung begründet. Es werden Schlussfolgerungen hinsichtlich eines potenziellen Beitrags der BBNE zur angestrebten gesellschaftlichen Transformation gezogen, die auch für die Hochschuldidaktik relevant sind. Zunächst wird das Konzept der Identität theoretisch erläutert und Möglichkeiten zu seiner pädagogischen Förderung werden hergeleitet. Im Anschluss wird mittels empirischer Befunde aus der dualen Berufsbildung gezeigt, dass die Identitätsarbeit der Auszubildenden dort nur unzureichend unterstützt wird und drei von vier empirisch nachweisbaren Entwicklungsaufgaben (Identifikation, Anerkennung, Gestaltung) vernachlässigt werden. Im Anschluss wird untersucht, inwieweit BBNE dazu beitragen kann, die festgestellten Defizite bezüglich der Identitätsarbeit zu beheben. Dazu wird die in Modellversuchen entwickelte Didaktik aus identitätstheoretischer Perspektive analysiert. Es wird deutlich, dass sich die BBNE zunehmend von einer aufgaben- zu einer subjektzentrierten Didaktik entwickelt hat. Die Autorin plädiert dafür, dies beim flächendeckenden Transfer der BBNE in die duale Berufsbildung explizit als Paradigmenwechsel herauszustellen, um die notwendige Transformation der Berufsbildung anzustoßen. Hierbei sollte nicht nur die ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung, sondern ganz besonders auch die individuelle Verantwortung des Subjekts für sich selbst thematisiert und durch ein nachhaltiges, gestaltungsorientiertes Leitbild für die berufliche Entwicklung unterstützt werden.

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Berufliche Identitätsarbeit als subjektzentrierter Paradigmenwechsel einer transformativen Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)

  • Christiane Thole

摘要

Dieser Beitrag leistet durch identitätstheoretische Zugänge einen Beitrag zur Theoriebildung in der BBNE. Ausgehend von der Nachhaltigkeitsstrategie der UNESCO und empirischen Befunden zur Diskrepanz zwischen nachhaltigkeitsbezogenem Wissen und Handeln postuliert er, dass BBNE die Förderung der beruflichen Identitätsentwicklung junger Menschen zwingend erfordert. Dieses Postulat wird mit empirischen Befunden und theoretischen Reflexionen aus dem Kontext der nichtakademischen Berufsbildung begründet. Es werden Schlussfolgerungen hinsichtlich eines potenziellen Beitrags der BBNE zur angestrebten gesellschaftlichen Transformation gezogen, die auch für die Hochschuldidaktik relevant sind. Zunächst wird das Konzept der Identität theoretisch erläutert und Möglichkeiten zu seiner pädagogischen Förderung werden hergeleitet. Im Anschluss wird mittels empirischer Befunde aus der dualen Berufsbildung gezeigt, dass die Identitätsarbeit der Auszubildenden dort nur unzureichend unterstützt wird und drei von vier empirisch nachweisbaren Entwicklungsaufgaben (Identifikation, Anerkennung, Gestaltung) vernachlässigt werden. Im Anschluss wird untersucht, inwieweit BBNE dazu beitragen kann, die festgestellten Defizite bezüglich der Identitätsarbeit zu beheben. Dazu wird die in Modellversuchen entwickelte Didaktik aus identitätstheoretischer Perspektive analysiert. Es wird deutlich, dass sich die BBNE zunehmend von einer aufgaben- zu einer subjektzentrierten Didaktik entwickelt hat. Die Autorin plädiert dafür, dies beim flächendeckenden Transfer der BBNE in die duale Berufsbildung explizit als Paradigmenwechsel herauszustellen, um die notwendige Transformation der Berufsbildung anzustoßen. Hierbei sollte nicht nur die ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung, sondern ganz besonders auch die individuelle Verantwortung des Subjekts für sich selbst thematisiert und durch ein nachhaltiges, gestaltungsorientiertes Leitbild für die berufliche Entwicklung unterstützt werden.