Gezeigt wird die Ausgangssituation einer zunehmend nachhaltig orientierten Gesellschaft, in der Konsument_innen vor der Herausforderung stehen, Marken mit Blick auf ihre Umweltaussagen zu vertrauen (Edelman 2019, Weigand 2022). Die EU-Kommission veröffentlichte 2022 einen Vorschlag zur Einführung des digitalen Produktpasses (DPP). Dieser soll u.a. eine verlässliche Informationsquelle für nachhaltige Konsumentscheidungen bilden. Weitgehend unerforscht ist, ob und inwiefern DPPs die Konsumentenwahrnehmung der Nachhaltigkeit von Marken bei einem Erstkauf in der Vorkaufsphase beeinflussen (Ospital, Masson, Beler & Legardeur 2023; Jansen, Gerstenberger, Bitter-Krahe, Berg, Sebestyén & Schneider 2022; Götz, Adisorn & Tholen 2021). Die Auswirkungen der DPPs werden mit einem wissenschaftlichen Experiment, basierend auf eigens erhobenen Primärdaten, untersucht. Überprüft werden die Auswirkungen dreier unterschiedlicher Marken. Verwendet wurde eine Marke mit positivem und eine mit negativem Ansehen hinsichtlich Nachhaltigkeit. Weiterhin kam eine selbstentwickelte Marke zum Einsatz, die mit dem Ziel konzipiert wurde, neutral zu wirken. Die statistische Auswertung (Varianzanalyse, t-Tests) sowie resultierende Handlungsempfehlungen werden dargestellt. Unbekannte Marken haben das größte Potential zur Glaubwürdigkeitssteigerung, da für die unbekannte Marke eine signifikante Steigerung nachgewiesen wurde. Bei den realen Marken zeigt sich nur in vereinzelnden Zielgruppensegmenten eine Steigerung, was die Komplexität der Veränderung eines verankerten Markenimages verdeutlicht. Marken mit negativem Ansehen können ihre Glaubwürdigkeit durch den DPP nicht steigern, übergreifend nimmt sie sogar ab.

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Auswirkungen digitaler Produktpässe auf die Konsumentenwahrnehmung der Glaubwürdigkeit von Marken in Bezug auf Nachhaltigkeit – Ein Experiment in der Vorkaufsphase der Customer Journey bei einem Erstkauf

  • Annika Borchert,
  • Inga Schmidt-Ross

摘要

Gezeigt wird die Ausgangssituation einer zunehmend nachhaltig orientierten Gesellschaft, in der Konsument_innen vor der Herausforderung stehen, Marken mit Blick auf ihre Umweltaussagen zu vertrauen (Edelman 2019, Weigand 2022). Die EU-Kommission veröffentlichte 2022 einen Vorschlag zur Einführung des digitalen Produktpasses (DPP). Dieser soll u.a. eine verlässliche Informationsquelle für nachhaltige Konsumentscheidungen bilden. Weitgehend unerforscht ist, ob und inwiefern DPPs die Konsumentenwahrnehmung der Nachhaltigkeit von Marken bei einem Erstkauf in der Vorkaufsphase beeinflussen (Ospital, Masson, Beler & Legardeur 2023; Jansen, Gerstenberger, Bitter-Krahe, Berg, Sebestyén & Schneider 2022; Götz, Adisorn & Tholen 2021). Die Auswirkungen der DPPs werden mit einem wissenschaftlichen Experiment, basierend auf eigens erhobenen Primärdaten, untersucht. Überprüft werden die Auswirkungen dreier unterschiedlicher Marken. Verwendet wurde eine Marke mit positivem und eine mit negativem Ansehen hinsichtlich Nachhaltigkeit. Weiterhin kam eine selbstentwickelte Marke zum Einsatz, die mit dem Ziel konzipiert wurde, neutral zu wirken. Die statistische Auswertung (Varianzanalyse, t-Tests) sowie resultierende Handlungsempfehlungen werden dargestellt. Unbekannte Marken haben das größte Potential zur Glaubwürdigkeitssteigerung, da für die unbekannte Marke eine signifikante Steigerung nachgewiesen wurde. Bei den realen Marken zeigt sich nur in vereinzelnden Zielgruppensegmenten eine Steigerung, was die Komplexität der Veränderung eines verankerten Markenimages verdeutlicht. Marken mit negativem Ansehen können ihre Glaubwürdigkeit durch den DPP nicht steigern, übergreifend nimmt sie sogar ab.