Topografien, Orte
摘要
Topografien, verstanden als bedeutungsbildende Verflechtung von Landschaften oder Orten und Zeichensystemen, sind nahezu allgegenwärtig in Ilse Aichingers Schreiben. Sie reichen von den ersten Veröffentlichungen kurz nach Kriegsende bis zu den späten Kolumnen der 2000er-Jahre. Zahlreiche Lektüren haben diesen Zusammenhang entweder entlang von Einzeltexten Aichingers oder im Kontext übergreifender Werkzusammenhänge analysiert, wobei dem Konzept der Topografie als dritte konstitutive Komponente bei Aichinger oft das Moment der ‚Erinnerung‘ eingeschrieben ist. Aichingers topografische Poetik manifestiert sich in Phänomenen wie ‚Dover‘, wo Ort und Trope in ein unaufhaltsam oszillierendes Verhältnis gebracht werden und poetologische Leitmotive wie Randlage und Grenze mitschwingen.