Es muss gar nichts bleiben. Interviews
摘要
In den Interviews aus fünfzig Jahren (1952–2005), deren Anzahl mit Aichingers wachsender Bekanntheit zunimmt, tritt Aichinger als eigenwillige Persönlichkeit auf, die anfängliche Zuschreibungen als Hausfrau, Mutter und dichterische Konkurrenz Günter Eichs zurückweist und sich trotz Kritik nicht in ihren künstlerischen Entscheidungen beirren lässt. Wien erscheint als Stätte einer glücklichen Kindheit und in späteren Interviews auch als Ort der Judenverfolgung und des Antisemitismus. Die von Aichinger miterlebte Deportation der Großmutter aus Wien und die Verfolgung ihrer jüdischen Familie werden erst ab 1986 benannt und bleiben ein konstantes Thema. Fragen nach dem Werk beschränken sich lange auf den Roman Die größere Hoffnung, der nicht als Literatur, sondern vor allem als historischer Stoff gelesen wird. Poetologische Aspekte ihrer Werke behandelt Aichinger wiederholt anhand der Begriffe Schreiben, Sprache, Schweigen. In den späten Interviews befasst sich Aichinger mit der komplexen Denkfigur des Verschwindens und ihrer Leidenschaft für das Kino.