Dauer um jeden Preis? Kultur, die verschwindet im Lebendigen – Hannah Arendts Begriffe von Verdinglichung als Kunst, Dauer und Natur
摘要
Unter dem Stichwort des ‚Anthropozäns‘ werden heute Debatten darüber geführt, mit welchen Narrativen wir Veränderungen der Erde darstellen können. Vor diesem Hintergrund wird Hannah Arendts Terminus der Kultur als Verdinglichung sowie der damit verbundenen Gedanken der Dauer von kulturellen Dingen und Kunstwerken aus heutiger Perspektive neu befragt. Als wesentlich für die Abgrenzung einer menschlichen Welt von der Natur setzt Arendt zwei Konzepte der Künste – das der Verdinglichung in Herstellungsprozessen und das des kommunikativen Erscheinens auf einer Bühne. Artefakte sind Arendt zufolge Teil der menschlichen ‚Welt‘, sie unterscheiden sich von Momenten eines menschlichen ‚Handelns in die Natur hinein‘. Inwiefern wäre mit der menschlichen Initiierung ‚natürlicher Prozesse‘, welche Arendt kritisch kommentiert, logisch gesehen eine Abschaffung von Künsten bzw. das notwendige Aussterben von Kultur schlechthin zu denken?