Gedichte in finsteren Zeiten
摘要
Ein Dichter, der redet und nicht dichtet, weiß – so Arendt – mehr und anderes als Industrielle und Politiker. Doch ohne diese geht es offenbar auch nicht. Sie sehen immer nur die Bäume, nie den Wald, sie arbeiten an Wundern, auch wenn diese gar nicht mehr möglich sind. Dichter dagegen können an Wundern offenbar nicht arbeiten. Sie erfahren Wunder, wenn ihnen ein gutes Gedicht gelingt. Ein gutes Gedicht – kein Resultat von hartnäckiger Arbeit? Aus guten Gründen stehen Politiker und Industrielle diesen Wundern mit Skepsis gegenüber. Ohne Dichter, so könnte man mit Arendt folgern, fehlt Gesellschaften etwas Entscheidendes. Etwas Unverzichtbares. Denn wenn sie nicht wissen, was die Stunde geschlagen hat, so sagt sie, dann weiß es keiner.