Im Schlussteil wird die Frage einer möglichen Lektüre von Julia, oder die Gemälde als Zitatroman erörtert. Jenseits der der Tatsache, dass es jedem Leser überlassen ist, sich der Herausforderung zu stellen, die die späten Dialogromane für ihn bedeuten, dürfte dieser feststellen, dass sich deren Lektüre mit konventionellen Lesegewohnheiten kaum ausschöpfen lässt. Eine Orientierung am Plot der Geschichte könnte lediglich einen ersten oberflächlichen Eindruck von dem mehrschichtigen Werk vermitteln. Zwei Modelle eines dyadischen Lesens werden vorgestellt. Ein eher poetisches Lesemodell, das über die Irritationen der einzelnen Zitatereignisse nicht hinweglesen, sondern sie als Qualität der poetischen Komposition annehmen würde, könnte im Zuge des Abstiegs auf die tieferen Ebenen des Textgefüges eine schier grenzenlose Steigerung des Lesegenusses sowie einen selbstgewonnenen Einblick in die Sprachmächtigkeit von Schmidts Prosa gewinnen. Ein eher kritisches Lesemodell, dem – ausgehend vom jeweiligen Interesse – an der Auflösung der zitierten Irritationen gelegen wäre, würde sich ebenfalls auf die Tiefenebene des Textes begeben, jedoch um signifikative Erkenntnisse zu gewinnen und das Zitatkunstwerk über seine Dekonstruktion interpretierend neu zu erschaffen oder sein Erkenntnisinteresse zu befriedigen.

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Ausklang: ‚Die beste Beilage zu einem Zitat ist ein zweites Zitat.‘

  • Jochen Hengst

摘要

Im Schlussteil wird die Frage einer möglichen Lektüre von Julia, oder die Gemälde als Zitatroman erörtert. Jenseits der der Tatsache, dass es jedem Leser überlassen ist, sich der Herausforderung zu stellen, die die späten Dialogromane für ihn bedeuten, dürfte dieser feststellen, dass sich deren Lektüre mit konventionellen Lesegewohnheiten kaum ausschöpfen lässt. Eine Orientierung am Plot der Geschichte könnte lediglich einen ersten oberflächlichen Eindruck von dem mehrschichtigen Werk vermitteln. Zwei Modelle eines dyadischen Lesens werden vorgestellt. Ein eher poetisches Lesemodell, das über die Irritationen der einzelnen Zitatereignisse nicht hinweglesen, sondern sie als Qualität der poetischen Komposition annehmen würde, könnte im Zuge des Abstiegs auf die tieferen Ebenen des Textgefüges eine schier grenzenlose Steigerung des Lesegenusses sowie einen selbstgewonnenen Einblick in die Sprachmächtigkeit von Schmidts Prosa gewinnen. Ein eher kritisches Lesemodell, dem – ausgehend vom jeweiligen Interesse – an der Auflösung der zitierten Irritationen gelegen wäre, würde sich ebenfalls auf die Tiefenebene des Textes begeben, jedoch um signifikative Erkenntnisse zu gewinnen und das Zitatkunstwerk über seine Dekonstruktion interpretierend neu zu erschaffen oder sein Erkenntnisinteresse zu befriedigen.