Das Pfennig-Magazin gehört zu den am umfangreichsten vom Dialogfragment genutzten Zitiervorlagen. Während kürzere Pfennig-Magazin Zitate pointiert auf entlegene Textbereiche sowie metaliterarische Informationen verweisen, zeichnet sich die Verwendung der längeren Zitatabschnitte durch eine jeweils besondere Gestaltung im Kompositionsgefüge des Dialogfragments aus. Das erste längere Pfennig-Magazin-Zitat platziert Schmidt an den Beginn des Dialogfragments. In diesem Abschnitt werden Themen und Motive des Werks gebündelt vorgestellt. Weitere Gestaltungsmerkmale des Zitats kleiden sich in die Formen des untergeschobenen Manuskripts und der diktierten Ironie. Längere Zitierungen des Pfennig-Magazins erfüllen darüber hinaus die Funktion, die Dialoge mit ungewöhnlichen Erläuterungen oder komischen Kommentaren auszustatten. Schmidts Hang zum Entlegenen soll dadurch eine für dessen Prosa unerlässliche Detailfülle und Authentizität verliehen werden. In der auf mehrere Spalten angelegten Textform des Dialogfragments werden die längeren Zitate darüber hinaus zum Anlass genommen, zwischen verschiedenen Erzählformen zu kommunizieren. Indem sie zwischen den Textspalten wechseln, suggerieren sie dem Leser eine Textbewegung, die sich zum Beispiel aus einem profanen Dialog in einen artifiziellen Kommentar auflöst. Für die Erzählhaltung kann die Verschiebung eines längeren Zitats eine Metalepse zur Folge haben, die aus der personalen Rede in extradiegetische Erläuterungen verläuft. Beide textgenetische Operationen werden von dem großzügigen Layout der späten Dialogromane begünstigt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Pfennig-Magazin-Zitate – Abzweigungen in unzugängliche Gefilde

  • Jochen Hengst

摘要

Das Pfennig-Magazin gehört zu den am umfangreichsten vom Dialogfragment genutzten Zitiervorlagen. Während kürzere Pfennig-Magazin Zitate pointiert auf entlegene Textbereiche sowie metaliterarische Informationen verweisen, zeichnet sich die Verwendung der längeren Zitatabschnitte durch eine jeweils besondere Gestaltung im Kompositionsgefüge des Dialogfragments aus. Das erste längere Pfennig-Magazin-Zitat platziert Schmidt an den Beginn des Dialogfragments. In diesem Abschnitt werden Themen und Motive des Werks gebündelt vorgestellt. Weitere Gestaltungsmerkmale des Zitats kleiden sich in die Formen des untergeschobenen Manuskripts und der diktierten Ironie. Längere Zitierungen des Pfennig-Magazins erfüllen darüber hinaus die Funktion, die Dialoge mit ungewöhnlichen Erläuterungen oder komischen Kommentaren auszustatten. Schmidts Hang zum Entlegenen soll dadurch eine für dessen Prosa unerlässliche Detailfülle und Authentizität verliehen werden. In der auf mehrere Spalten angelegten Textform des Dialogfragments werden die längeren Zitate darüber hinaus zum Anlass genommen, zwischen verschiedenen Erzählformen zu kommunizieren. Indem sie zwischen den Textspalten wechseln, suggerieren sie dem Leser eine Textbewegung, die sich zum Beispiel aus einem profanen Dialog in einen artifiziellen Kommentar auflöst. Für die Erzählhaltung kann die Verschiebung eines längeren Zitats eine Metalepse zur Folge haben, die aus der personalen Rede in extradiegetische Erläuterungen verläuft. Beide textgenetische Operationen werden von dem großzügigen Layout der späten Dialogromane begünstigt.