Martin Heidegger und die Lebenskunst. Von der Langeweile zur Gelassenheit (und darüber hinaus)
摘要
In diesem Beitrag möchte ich die These vertreten, dass sich in Heideggers Denken eine Verschiebung von einer Selbst-Zentrierung hin zu einer Transzendierung des Selbst Ausdruck verleiht, die vom Pathos des Existenzphilosophen abrückt und die Konturen einer Lebenskunst durchscheinen lässt, die jedoch nicht zum Durchbruch gelangt. Diese These werde ich in drei Schritten entfalten. Zunächst werde ich die Haltung des existenzphilosophischen Pathos des eigentlichen Selbstseinkönnens anhand von Heideggers Phänomenologie der Langeweile nachzeichnen. In einem zweiten Schritt soll dieses konfrontiert werden mit dem Konzept der Gelassenheit, wie es Heidegger ab den 1940er Jahren entwickelt; und abschließend soll dieses heideggersche Konzept der Gelassenheit dem Entwurf einer Zen-buddhistisch fundierten Lebenskunst gegenübergestellt werden, um zu zeigen, dass Heideggers späte Philosophie zwar beachtliche Affinitäten zu einem solchen Denken aufweist, jedoch der Durchbruch zu einer Verbindung von Erschlossenheit und Praxis im Sinne einer Lebenskunst letztlich nicht erfolgt.