Oscar Wilde – Leben und Werk
摘要
Oscar Wilde liebte Ironie. Die rhetorische Strategie der Distanzierung und des sich spöttisch vom Geäußerten Absetzens zeichnet seine berühmten Aphorismen, seine Erzähltexte und auch sein überaus erfolgreiches dramatisches Werk aus. In seinem Privatleben führte das Nichternstnehmen von Konventionen und Regeln bekannterweise zur Tragödie, als er 1895 zu einer Zuchthausstrafe mit harter Zwangsarbeit für die Dauer von zwei Jahren verurteilt wurde. Diese führte wenig überraschend zur Verschlechterung seines Gesundheitszustands, sodass er nach seiner Entlassung verarmt in Paris im Alter von nur 46 Jahren starb. Dieser frühe Tod stellt quasi eine letzte Ironie im Leben von Oscar Wilde dar, denn sie ist wohl einer unbehandelten Mittelohrentzündung zu verdanken. Oscar Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren. Der Vater, William Wilde (1815–1876), war ein renommierter Ohren- und Augenarzt, der darüber hinaus auch Bücher über Archäologie, Volkskunde und den Satiriker Jonathan Swift (1667–1745) schrieb. Wildes Mutter Jane (1815–1876), die den Spitznamen „Speranza“ trug, war Übersetzerin, Dichterin und glühende irische Nationalistin. Wilde entsprang also einem privilegierten und inspirierenden Elternhaus, und seine Karriere, die ihn ganz standesgemäß in ein Klassikstudium erst an das „Trinity College“ Dublin und dann ab 1874 an das „Magdalen College“ in Oxford führte, zeigt ganz die konventionellen Etappen einer Oberklassenkarriere.