Hamlet in der Phänomenologie: Stellenkommentar zur Tragödie
摘要
Hegel räumt Shakespeares Theater und, genauer, der Entwicklung des modernen Begriffs der Tragödie eine entscheidende Rolle zu, die so selbstverständlich geworden ist, dass sie fast nicht mehr der Rede wert scheint. Ihre nach-hegelsche Karriere führt über die Schlegel-Tieck’sche Übersetzung, August Wilhelm Schlegels und Coleridge’s Vorlesungen zu Nietzsche und Freud, um nach der geistegeschichtlichen, dann anthropologischen Wende von Erwin Rohde zu Francis Cornford einen New Historicism zu inspirieren, der sich dieser Quellen in der Schulroutine der historischen Abhandlungen kaum noch bewusst ist. Hegels Lektüre ist im Lichte der Ästhetischen Theorie Adorno, in ihrer Bedeutung für die Shakespeare-Forschung neu zu entdecken. Dazu sind methodische Vorkehrungen nötig, an die weder Adorno, noch die Hegel-Leser vor ihm gedacht haben: Anachronie und Anamorphose, skizziert im voranstehenden Panorama.