Missionarische Begegnungen zwischen Juden und Pietisten als interreligiöser Interaktionsraum
摘要
Missionarische Begegnungen zwischen Juden und Christen eröffnen vielfältige interreligiöse Interaktionsräume, die im Austausch über Glaubensfragen bestehen. Sie stellen dabei Übersetzungsräume dar, in denen ein Prozess der interkulturellen Kommunikation stattfindet. In der pietistischen Judenmission des 18. Jahrhunderts bedienten sich die Missionare dieser Interaktionsräume, um Juden die biblische Botschaft in christologischer Lesart zu vermitteln, und übersetzten dabei das Christentum ins ‚Jüdische‘. Wenngleich der interreligiöse Austausch aus missionarischer Sicht der religiösen Überzeugungsarbeit diente, wurden Form und Inhalt der Gespräche durch die jüdischen Gesprächspartner maßgeblich mitbestimmt. Dieser Beitrag untersucht Entstehung, Funktion und Ausgestaltung missionarischer Interaktionsräume und diskutiert exemplarisch verschiedene Formen des Kulturtransfers, die sie hervorbrachten.