Züchtung gestern bis heute
摘要
Die Züchtung von Pflanzen und Tieren hat eine jahrhundertealte Tradition. Sie begann mit einer einfachen Selektionszüchtung. Hinzu kam die gezielte Kreuzung von Sorten und Rassen. Ab den 1930er-Jahren wurden Methoden zur zufälligen Erzeugung genetischer Veränderungen (Mutationen) mit Chemikalien und Strahlung entwickelt. So kam 1934 die erste durch radioaktive Strahlung erzeugte Tabaksorte zum Anbau. Egal wie drastisch die Veränderungen der genetischen Informationen bei dieser Mutationszüchtung sind: Sie ist vom Gentechnikgesetz explizit ausgenommen. Mehr und mehr verlagerte sich die Züchtung in das Labor. Bei der Protoplastenfusion werden Zellen fusioniert und bei der Präzisionszüchtung Erbinformationen analysiert. Mit dem Einzug der Gentechnologie in den 1970er-Jahren wurde die Züchtung präziser. Im Jahr 1992 kam die erste gentechnisch erzeugte Tabaksorte auf den Markt, 1994 folgte mit der FlavrSavr-Tomate die erste zum Verzehr zugelassene Pflanze. Während gentechnisch veränderte Bakterien und Pilze als Arbeitspferde der Pharma- und Lebensmittelindustrie außerhalb des Blickwinkels der Öffentlichkeit stehen, unterliegt die Tierzucht einer strengen ethischen Kontrolle. Erst seit den 2000er-Jahren gibt es Zulassungen. Und so tief die Gräben zwischen ökologischer und gentechnischer Landwirtschaft sind, so spannend sind die Möglichkeiten, wenn Brücken geschlagen werden. Ähnlich stellt sich die Lage bei der Risikobewertung dar, wo das Wissenschafts- und das Vorsorgeprinzip um die Erklärungshoheit ringen.