Alles in allem ein facettenreiches, von vielen Extremen geprägtes und zugleich spannendes Jahrzehnt. Es bleibt klimatisch von der Kleinen Eiszeit bestimmt, mit dem alles überragenden ″Jahr ohne Sommer″ 1816 und seinen dramatischen Folgen mit Ernteausfällen, rasanten Preisanstiegen und dem verheerenden Hunger, dem Tausende zum Opfer fallen. Für viele ist Migration die einzige Option, wobei in dieser Auswanderungswelle sich nicht nur die Armen, sondern auch gut ausgebildete Handwerker und sogar wirtschaftlich ansonsten gut Gestellte auf den Weg machen. Mit vielen regulatorischen Maßnahmen versucht man, der Krise Herr zu werden. Ganz eigene Akzente setzte zuvor das außergewöhnlich heiße und trockene Jahr 1811. Es zeigen sich die Wirkpfade der Hitze und Dürre mit Ernteeinbußen, ökologischen Folgen und gesundheitlichen Problemen wie dem Ausbruch der Ruhr, aber auch einem Jahrhundertwein und Flamingos, die am Rhein auftauchen. Hungersteine verweisen auf die extremen Niedrigwasserstände in den Flüssen. Viele Neuerungen und Impulse, darunter der Beginn der Rheinregulierung durch Tulla, prägen diese Dekade. Die Ballonfahrten kommen voran, der Flugversuch des Schneiders von Ulm scheitert, eine neue Wolkenklassifikation setzt Akzente. Die Menschen fürchten eine neue Eiszeit.

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1811–1820: Die Kleine Eiszeit dauert an und hält, was sie verspricht

  • Rüdiger Glaser

摘要

Alles in allem ein facettenreiches, von vielen Extremen geprägtes und zugleich spannendes Jahrzehnt. Es bleibt klimatisch von der Kleinen Eiszeit bestimmt, mit dem alles überragenden ″Jahr ohne Sommer″ 1816 und seinen dramatischen Folgen mit Ernteausfällen, rasanten Preisanstiegen und dem verheerenden Hunger, dem Tausende zum Opfer fallen. Für viele ist Migration die einzige Option, wobei in dieser Auswanderungswelle sich nicht nur die Armen, sondern auch gut ausgebildete Handwerker und sogar wirtschaftlich ansonsten gut Gestellte auf den Weg machen. Mit vielen regulatorischen Maßnahmen versucht man, der Krise Herr zu werden. Ganz eigene Akzente setzte zuvor das außergewöhnlich heiße und trockene Jahr 1811. Es zeigen sich die Wirkpfade der Hitze und Dürre mit Ernteeinbußen, ökologischen Folgen und gesundheitlichen Problemen wie dem Ausbruch der Ruhr, aber auch einem Jahrhundertwein und Flamingos, die am Rhein auftauchen. Hungersteine verweisen auf die extremen Niedrigwasserstände in den Flüssen. Viele Neuerungen und Impulse, darunter der Beginn der Rheinregulierung durch Tulla, prägen diese Dekade. Die Ballonfahrten kommen voran, der Flugversuch des Schneiders von Ulm scheitert, eine neue Wolkenklassifikation setzt Akzente. Die Menschen fürchten eine neue Eiszeit.