Der Klimawandel in Mitteleuropa kann ab Mitte des 18. Jahrhunderts über Messwerte abgebildet werden und damit auf der Grundlage naturwissenschaftlicher, harter Fakten. Weitere Rückschlüsse liefern „Klimazeiger“ wie Baumringe, Eisbohrkerne, Seesedimente sowie morphologische Befunde. Der Vergleich zwischen Messwerten und Klimazeigern bedeutet auch eine inhaltliche Absicherung. Die Folgen und Auswirkungen des Klimas, die Vorstellungswelten und Reaktionen von Menschen und Gesellschaften erschließen sich hingegen nur aus von Menschen verfasste Quellen. Hinweise geben auch Gemälde, Inschriften, Gedenktafeln, Hochwassermarken und „Hungersteine“, Fotos und Fernerkundungsaufnahmen. Sie führen uns klimatische Ereignisse und Veränderungen lebensnah vor Augen. Von Menschen verfasste Quellen erfordern eine elaborierte Quellenkritik und behutsame Interpretation. Einschlägige Verfahren der Textauslegung wurden erfolgreich auf Klimaquellen angewendet. So müssen die Zeitumstände ebenso berücksichtigt werden wie die Lebensumstände und die Intention des Verfassers; das im jeweiligen Zeitkontext verfügbare Wissen ist ebenfalls relevant. Insgesamt kann der klimatische Pfad aus der Kleinen Eiszeit bis in die moderne Heißzeit in seiner jeweiligen gesellschaftlichen Kontextualisierung sehr gut dargestellt werden.

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Prolog: Aus der Kleinen Eiszeit in die neue Heißzeit

  • Rüdiger Glaser

摘要

Der Klimawandel in Mitteleuropa kann ab Mitte des 18. Jahrhunderts über Messwerte abgebildet werden und damit auf der Grundlage naturwissenschaftlicher, harter Fakten. Weitere Rückschlüsse liefern „Klimazeiger“ wie Baumringe, Eisbohrkerne, Seesedimente sowie morphologische Befunde. Der Vergleich zwischen Messwerten und Klimazeigern bedeutet auch eine inhaltliche Absicherung. Die Folgen und Auswirkungen des Klimas, die Vorstellungswelten und Reaktionen von Menschen und Gesellschaften erschließen sich hingegen nur aus von Menschen verfasste Quellen. Hinweise geben auch Gemälde, Inschriften, Gedenktafeln, Hochwassermarken und „Hungersteine“, Fotos und Fernerkundungsaufnahmen. Sie führen uns klimatische Ereignisse und Veränderungen lebensnah vor Augen. Von Menschen verfasste Quellen erfordern eine elaborierte Quellenkritik und behutsame Interpretation. Einschlägige Verfahren der Textauslegung wurden erfolgreich auf Klimaquellen angewendet. So müssen die Zeitumstände ebenso berücksichtigt werden wie die Lebensumstände und die Intention des Verfassers; das im jeweiligen Zeitkontext verfügbare Wissen ist ebenfalls relevant. Insgesamt kann der klimatische Pfad aus der Kleinen Eiszeit bis in die moderne Heißzeit in seiner jeweiligen gesellschaftlichen Kontextualisierung sehr gut dargestellt werden.