„Schweig! ich siege“. Insekten in der Dichtung des 18. Jahrhunderts
摘要
Das Verhältnis der Menschen zu den Tieren im langen 18. Jahrhundert wird von der Forschung als ambivalent beschrieben. Zum einen werden die Tiere durch die Naturforschung zunehmend objektiviert, zum anderen steigt die Sensibilität für das ihnen zugefügte Leid und die Kritik an der auf Descartes zurückgehenden, mechanistischen Definition der Tiere. Insekten scheinen von diesen Entwicklungen nur ganz am Rande betroffen, und dennoch sind sie für viele Diskurse und Praktiken der Aufklärung wie die Mikroskopie, die Enzyklopädien oder die Physikotheologie ganz zentral. Ausgehend von Gedichten und Fabeln des 18. Jahrhunderts, in denen Insekten als handelnde Protagonisten auftreten, stellt der Beitrag die Frage nach der Spezifik des Mensch-Insekten-Verhältnisses in einer Zeit, in der sich das moderne Mensch-Tier-Verhältnis herausbildet.