Gegen die Stille. Affektpoetiken im Zeitalter des Insektensterbens
摘要
Der Beitrag zeigt, wie gegenwärtig in wissenschaftlichen und kulturellen Beiträgen die Biodiversitätskrise pars pro toto anhand des Insektensterbens dargestellt wird, und diskutiert die Schwierigkeiten, diese ökologische Krise in ihren ethischen, ästhetischen und affektiven Dimensionen zu erfassen. Mit einem Fokus auf die weit verbreitete, auf Rachel Carson zurückgehende Metapher eines ‚stummen Frühlings‘ wird dargelegt, wie die Stille zu einer vielschichtigen metonymischen und metaphorischen Figur wird, in der sich das Verstummen der Natur auch als Verstummen menschlicher Sprache zeigt. Insektenpoesie im Zeitalter des Aussterbens erfordert eine Auseinandersetzung mit diesem radikalen Bruch und wird als Aufgabe sichtbar, neue Affektlinien und Affektpoetiken zu bilden.