Nous sommes vers la fin d’août. Wir sind, ich übersetze, gegen Ende August. Aber keine Orts-, kaum eine Zeit-, weil bloß Jahreszeitangabe, ein Monatsname – ohne Datum –, wir sind gegen Ende August, verspricht Aufschluß über das Wo und Wann und Wer – wenn Wir –, das der Satz visiert: halb vor Augen legt, halb vorenthält. Wir sind – aber weder an bestimmtem Ort noch zu bestimmter Zeit – gegen Ende August. Als hinge die Wendung vers la fin d’août, weniger Zeitangabe als -annahme, kaum anders als das pronominale Wir, ein Kokon, der am Sehast der Lesenden schwankt, unschlüssig in der Luft, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft offen. Doch obwohl der Satz mit der Auskunft über das Dort – wo wir sind, gegen Ende August – zurückhält, läßt sich der Ort der Herkunft des Satzes, scheint es, dingfest machen. Er stammt aus dem fünften, mittleren Band der Souvenirs entomologiques von Jean-Henri Fabre, erschienen 1897 in Paris. Es ist eine Stelle in dem von Fabre La mante. Les amours überschriebenen, von Kurt Guggenheim 1961 in dem Auswahlband Das offenbare Geheimnis. Aus dem Lebenswerk des Insektenforschers durch Das Liebesleben der Mantis übersetzten Kapitel.

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Sprache oder „Sprache“? Karl von Frischs Entdeckung tanzender Bienen

  • Thomas Schestag

摘要

Nous sommes vers la fin d’août. Wir sind, ich übersetze, gegen Ende August. Aber keine Orts-, kaum eine Zeit-, weil bloß Jahreszeitangabe, ein Monatsname – ohne Datum –, wir sind gegen Ende August, verspricht Aufschluß über das Wo und Wann und Wer – wenn Wir –, das der Satz visiert: halb vor Augen legt, halb vorenthält. Wir sind – aber weder an bestimmtem Ort noch zu bestimmter Zeit – gegen Ende August. Als hinge die Wendung vers la fin d’août, weniger Zeitangabe als -annahme, kaum anders als das pronominale Wir, ein Kokon, der am Sehast der Lesenden schwankt, unschlüssig in der Luft, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft offen. Doch obwohl der Satz mit der Auskunft über das Dort – wo wir sind, gegen Ende August – zurückhält, läßt sich der Ort der Herkunft des Satzes, scheint es, dingfest machen. Er stammt aus dem fünften, mittleren Band der Souvenirs entomologiques von Jean-Henri Fabre, erschienen 1897 in Paris. Es ist eine Stelle in dem von Fabre La mante. Les amours überschriebenen, von Kurt Guggenheim 1961 in dem Auswahlband Das offenbare Geheimnis. Aus dem Lebenswerk des Insektenforschers durch Das Liebesleben der Mantis übersetzten Kapitel.