Thomas Mann – Erdenkameradschaft trotz Gesamterkältung des Daseins
摘要
„Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“ (Hölderlin 1970) – fragt Friedrich Hölderlin in seiner Elegie Brot und Wein. Und er beantwortet seine Frage mit dem Hinweis, dass sie, die Dichter, ähnlich wie in der griechischen Antike die Priester des Gottes Dionysos uns an die besseren, schöneren, gelingenderen Zeiten von früher erinnern sollen. Neben den Strophen von Hölderlin lässt sich jedoch auch das Leben und Werk Thomas Manns zitieren, um auf das Wozu von Dichtern in dürftiger Zeit Antworten zu formulieren. Nachdem Mann 1918 die Betrachtungen eines Unpolitischen publiziert hatte und deshalb bei politisch konservativ gesinnten Deutschen als einer der Ihrigen galt, wandelte sich innert kurzer Zeit seine gesellschaftlich-politische Haltung; er wurde zum hartnäckigen Kritiker von Nationalismus, Chauvinismus und Totalitarismus.