Der Blick von außen: Sportjournalismus und die Klimakrise
摘要
Die Klimakrise erfordert schnelles politisches und gesellschaftliches Handeln und beeinflusst zunehmend auch den Sport. Während Medien international und in Deutschland verstärkt über Klimaaspekte berichten, wurde der Umgang des Sportjournalismus mit dieser Thematik bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Die in diesem Kapitel vorliegende Forschung untersucht, wie überregionale deutsche Sportredaktionen das Thema Klimakrise behandeln. Dabei wird ergründet, wann, wie und warum die Erderhitzung in der Sportberichterstattung aufgegriffen und wie Nachhaltigkeit in der Sportbranche dokumentiert wird. Da es kaum Forschung in diesem Bereich gibt, erfolgt die Untersuchung explorativ anhand achtleitfadengestützter Interviews mit Sportredakteur*innen aus überregionalen Medien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Bewusstsein für Klimathemen in der deutschen Sportberichterstattung generell gestiegen ist. Einige Redaktionen recherchieren bewusst zu Klimathemen, andere setzen stärker auf externe Faktoren wie Mega-Events, Wettkampf-Absagen im Wintersport oder die PR von Vereinen und Verbänden. Es wird sowohl problemorientiert als auch lösungsorientiert berichterstattet. Das journalistische Rollenverständnis variiert stark und beeinflusst offenbar die wahrgenommene Bedeutung des soziopolitischen Kontextes und somit der klimabezogenen Berichterstattung im Sport – diese scheinen in öffentlich-rechtlichen Medien und anderen Leitmedien relevanter zu sein.