Der Aufsatz betrachtet Treibgut als Material und formästhetisches Modell in englischsprachigen Flussgedichten der Gegenwart. Vor dem Hintergrund neuerer Forschung zum Material Ecocriticism und der Lyrik im Anthropozän fragt der Beitrag nach den Dingen, Abfällen und Materialien, die sich in und an Flüssen und Fluss-Texten finden. Wie verhält sich die Beschaffenheit anorganischer und organischer Objekte zur Fluidität von Wasser? Zu welchem Grad konstituiert das Treibgut den Fluss und dessen Mobilität, und inwieweit kann es als Analogie für ‚mitgeschwemmte‘ Gattungskonventionen und -traditionen fungieren? Im Fokus stehen die schottische Dichterin Kathleen Jamie („Five Tay Sonnets“) und die Engländerin Alice Oswald (Dart), deren Werke immer wieder materielle und konzeptuelle Beziehungen von Natur und Kultur im Anthropozän problematisieren und sich dabei kritisch mit Traditionslinien der anglophonen Lyrik auseinandersetzen. In ihren Stromgedichten, so argumentiert der Beitrag, treten Formkonventionen miteinander in Dialog und konstruieren Flusstopografien als temporäre Verbindungen von Materie.

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„but river – / what have you left us?“

  • Stefanie John

摘要

Der Aufsatz betrachtet Treibgut als Material und formästhetisches Modell in englischsprachigen Flussgedichten der Gegenwart. Vor dem Hintergrund neuerer Forschung zum Material Ecocriticism und der Lyrik im Anthropozän fragt der Beitrag nach den Dingen, Abfällen und Materialien, die sich in und an Flüssen und Fluss-Texten finden. Wie verhält sich die Beschaffenheit anorganischer und organischer Objekte zur Fluidität von Wasser? Zu welchem Grad konstituiert das Treibgut den Fluss und dessen Mobilität, und inwieweit kann es als Analogie für ‚mitgeschwemmte‘ Gattungskonventionen und -traditionen fungieren? Im Fokus stehen die schottische Dichterin Kathleen Jamie („Five Tay Sonnets“) und die Engländerin Alice Oswald (Dart), deren Werke immer wieder materielle und konzeptuelle Beziehungen von Natur und Kultur im Anthropozän problematisieren und sich dabei kritisch mit Traditionslinien der anglophonen Lyrik auseinandersetzen. In ihren Stromgedichten, so argumentiert der Beitrag, treten Formkonventionen miteinander in Dialog und konstruieren Flusstopografien als temporäre Verbindungen von Materie.