Utilitarismus und Lebensschutz
摘要
Der Beitrag entwickelt die These, dass sich die Notwendigkeit des Lebensschutzes aus utilitaristischer Sicht wesentlich aus zwei Umständen ergibt: dass Leben eine Voraussetzung für gutes Leben ist, und dass angesichts des teils kreatürlichen, teils reflektierten Wunsches nach Lebenserhalt jede Bedrohung des Lebens in der Regel menschliches Glück mindert. Der erste Umstand rechtfertigt für den Utilitaristen in vielen Fällen paternalistische, in die Entscheidungsfreiheit eingreifende, aber auf das längerfristige Wohl zielende lebenserhaltende Handlungen, wo eine allein auf die Sicherung der freien Selbstbestimmung setzende Autonomiemoral diese verbieten würde. Der zweite Umstand schließt vor allem alle Formen der fremdbestimmten Lebensbeendigung – durch aktives Tun oder Unterlassen – aus, über die das Individuum keine Kontrolle hat und die nicht durch seinen ausdrücklichen oder unausdrücklichen Willen autorisiert sind.