Utilitarismus und Grundgesetz
摘要
Dass zwischen Utilitarismus und Grundgesetz ein Spannungsverhältnis besteht, ist zu einem geläufigen Topos geworden. Das Grundgesetz ist deutlicher auf die Sicherung individueller Rechte angelegt als der auf das kollektive Nutzenmaximum ausgerichtete Utilitarismus. Kantisch inspirierte Leitbegriffe wie Menschenwürde und Sittengesetz lassen sich in eine utilitaristische Ethik nur bedingt integrieren. Der Beitrag rekonstruiert das Verhältnis zwischen Utilitarismus und Grundgesetz als das zwischen einer Moral und Recht überlagernden Metanorm und einer einen Kernbereich moralischer Normen und bestimmte gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen durchsetzenden Rechtsnorm. Er argumentiert, dass neuere Entwicklungen im Verfassungsrecht sich zunehmend von dessen kantischen Ursprüngen lösen und eine dem Utilitarismus affinere Tendenz einschlagen.