Sidgwicks ‚Beweis‘ des Utilitarismus
摘要
Henry Sidgwicks Methoden der Ethik beinhalten die mit Abstand ausführlichste Verteidigung eines klassischen Utilitarismus. Sidgwick untersucht in diesem 500-seitigen Werk insbesondere drei Theoriengruppen: (i) intuitionistische Theorien, (ii) den Egoismus und (iii) den Utilitarismus. Im Rahmen seiner Verteidigung des Utilitarismus versucht er zu zeigen, dass einige wenige Prinzipien aus der Gruppe der intuitionistischen Ethiken seinen berühmten Test für offenkundig wahre Axiome bestehen. Zwei dieser Axiome – das Axiom der Gerechtigkeit und das Axiom der Wohltätigkeit – bilden die Grundlage des Utilitarismus. Etwas weniger sicher ist sich Sidgwick über das Verhältnis zwischen Egoismus und Utilitarismus. Der Egoismus wird durch das Axiom der Klugheit gestützt. Nur dann, wenn man die Egoisten davon überzeugen kann, dass ihr eigenes Wohl lediglich Teil des universellen Gesamtwohls ist, sind auch sie vom Utilitarismus zu überzeugen. Der vorliegende Beitrag arbeitet diese übergreifende Argumentationsstruktur zugunsten des Utilitarismus in den Methoden heraus und diskutiert besonders zentrale interpretatorische Kontroversen, die hierfür relevant sind.