Urin- und Stuhluntersuchungen
摘要
Urin enthält zahlreiche Metabolite, die bestimmten Organfunktionen zugeordnet werden können. Auch viele exogen zugeführte Substanzen wie Medikamente und Drogen sind im Urin nachweisbar, oft sogar besser als im Blut, bzw. Plasma. Somit lassen Konzentration und Ausscheidungsmenge bestimmter Substanzen im Urin Rückschlüsse auf bestimmte Körper- und Organfunktionen zu. Dank der einfach durchführbaren Teststreifenuntersuchung sind viele pathophysiologisch relevante Substanzen im Urin auch außerhalb eines medizinischen Labors schnell nachweisbar. So ist z. B. der Ausschluss, bzw. die frühzeitige (Verdachts)Diagnose von beginnenden Nephropathien und Harnwegsinfekten mittels qualitativer Teststreifenverfahren eine Domäne des POCT. Die Testreifenuntersuchungen und weitere Testverfahren werden im Kapitel ausführlich beschrieben. Stuhlanalysen lassen vor allem Rückschlüsse auf Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes zu. So ist der Nachweis von Blut im Stuhl ein wesentlicher Baustein bei der Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung eines kolorektalen Karzinoms. Mit der Entscheidung des gemeinsamen Bundesauschusses (GB-A) im Jahr 2016, den Nachweis von okkultem Blut im Stuhl nur noch als quantitative Leistung zuzulassen, kam es zu einer Verlagerung dieser Screening-Untersuchung vom POCT in das Labor. Andere Untersuchungen wie Calprotectin und Laktoferrin im Stuhl werden jedoch weiterhin als POCT-Verfahren bei entzündlichen und neoplastischen Prozessen eingesetzt. Im Kapitel werden zudem weitere molekulare Untersuchungen für Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes diskutiert.