Molekularbiologische Testungen
摘要
In keinem anderen Bereich der Medizin gehören molekularbiologische Testungen inzwischen so sehr zum diagnostischen Standardrepertoire wie im Bereich der Infektionsdiagnostik. Für den direkten Erregernachweis haben sich hauptsächlich zwei Methoden durchgesetzt, die Nukleinsäureamplifikationstechnik (NAT) – meist in Form der Polymerasekettenreaktion und verwandten Techniken und die Immunchromatografie, die häufig in Form von Teststreifen oder Testkarten angeboten wird. Die besondere Rolle der molekularen POCT-Technik hat sich auch in der Corona-Pandemie gezeigt. Gleichzeitig wurden damit verbundene Probleme und Herausforderungen sichtbar. Vorteilhaft an der Polymerasekettenreaktion ist insbesondere die Möglichkeit, neben dem Erregernachweis die Simultananalyse von Resistenzdeterminanten oder Virulenzfaktoren einzubinden. Im Zeitalter der multiresistenten (Krankenhaus)Keime gewinnt die schnelle und zuverlässige molekularbiologische Differenzierung vor dem Hintergrund einer unmittelbaren Einleitung von möglichst frühzeitigen und damit auch effizienten Isolierungsmaßnahmen von betroffenen Patienten zunehmend an Bedeutung – letzteres gilt natürlich auch für die zeitnahe Erkennung anderer Erreger (z. B. Influenza A/B, RSV, SARS-CoV-2). Eine rechtzeitige Diagnose ist sowohl für das Patientenmanagement als auch die Optimierung der Hospitalisierungsdauer entscheidend. Optionen für den Einsatz einer möglichst raschen, zuverlässigen und gezielten Diagnostik stellen zudem die Grundlage für effiziente Therapieregime dar (Stichwort: Antibiotic Stewardship, ABS). Darüber hinaus kann eine kürzere Verweildauer das Auftreten nosokomialer Infektionen und den unnötigen Einsatz von Antibiotika reduzieren.