Mystische Epigrammatik. Zur lyrischen Kurzform in Christian Lehnerts Cherubinischer Staub (2018)
摘要
Christian Lehnerts lyrisches Schaffen zeichnet sich durch eine umfangreiche Rezeption barocker Dichtung aus, die unter anderem Werke von Andreas Gryphius, Paul Fleming und Paul Gerhardt in den Blick nimmt. Von herausragendem Interesse ist bei Lehnert jedoch die Sprache der Mystik, bei der die Epigrammkunst des Angelus Silesius vielfach zitiert, variiert und innovativ in Naturlyrik eingebunden wird. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es sprachphilosophische Ansätze der Frühen Neuzeit sind, die Lehnert im Sinne eines dissidenten Schreibens gegen die Alltagssprache der modernen Gegenwart in Position bringt. Jacob Böhme spielt hierbei eine herausragende Rolle. Böhmes Natursprache, die Atmen und Benennen als einen Vorgang begreift, hat Lehnerts Dichtung in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich geprägt.