Das göttliche Licht in Mystik und Vernunft
摘要
Mystik, Minne und Vernunft, Glauben und Philosophie sind im Mittelalter untrennbar verbunden, aber in ihrer Wertung doch differenziert gewichtet. Durch die Mystik tritt eine Bildlichkeit in die Philosophie ein, die sich insbesondere der Metapher bedient. Hildegard von Bingen folgt Visionen, göttliche Eingebung und philosophische Erkenntnis sind eins. Mechthild von Magdeburg, Meister Eckhart und Nicolaus Cusanus erläutern auf je eigene Weise ihre Lichterkenntnisse; Thomas von Aquin führt die Priorität der Vernunft in die mittelalterliche Philosophie ein. Mechthild bekundet in ihrer Minne vom fließenden Licht der Gottheit, das Erkenntnis bringt. Eckhart schreibt eine eigene Theorie, worin Gott die Idee des Lichts, die zur vernünftigen Architektur zur Gestaltung der Welt gehört, zugrunde legt und der der Mensch mit seiner Vernunft folgt. Gott und Mensch sind in der Vernunft vereint. Cusanus setzt auf den sich erkennenden Geist des Menschen und Thomas auf das Licht der Vernunft, denn der Verstand erkennt sich durch seine wirkende Tätigkeit, sowohl individuell als auch allgemein.