Literarische Räume und Reichweiten deutsch-lateinischer Interaktion in der Frühen Neuzeit. Eine Positionsbestimmung am Beispiel von Heinrich Bebels Proverbia Germanica (1508)
摘要
Der Beitrag setzt an den Transfer-Praktiken der Frühen Neuzeit an. Ausgehend vom klassischen Paradigma des Übersetzens aus der Latinität in die Volkssprachen nimmt er eine umgekehrte Blickrichtung ein. Gegenstand sind deutsch-lateinische Interferenzphänomene, die in ihrer diskurs- und literarhistorischen Spezifik erfasst werden sollen. Ziel ist es, die Reichweite deutsch-lateinischer Interaktion in einem spezifischen Feld, dem humanistischen natio-Diskurs, sichtbar zu machen. Das kulturpolitische Argument, das sich an Heinrich Bebels Proverbia Germanica ablesen lässt, erlaubt es zugleich, eine Positionsbestimmung vorzunehmen. Sie perspektiviert das Deutsche als Kultursprache vor dem historischen Kontinuum interlingualer Kommunikation der res publica litteraria.