Einleitung
摘要
Die frühneuzeitliche Übersetzungspraxis ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blick der Forschung geraten, wobei die Übersetzungsprozesse aus den antiken Sprachen oder zwischen den Vernakularsprachen im Mittelpunkt stehen. Übersetzungen ins neuzeitliche Latein sind hingegen vergleichsweise wenig untersucht, was erstaunen mag, da Latein die wichtigste Verkehrs- und Bildungssprache des frühneuzeitlichen Europas war und den Buchdruck bis ins 18. Jahrhundert hinein dominierte. Der vorliegende Beitrag widmet sich dezidiert dem Lateinischen als Zielsprache in neuzeitlichen Übersetzungsprozessen. Als Einleitung zu dem Tagungsband „In die falsche Richtung?“ führt er die Leser:innen in Forschungsfeld und Forschungsgeschichte ein. Er stellt die 17 im Band enthaltenen Fallstudien sowie aktuelle Forschungsprojekte kurz vor, darunter das Tübinger Forschungsprojekt „Versio Latina“, und rückt Perspektiven der künftigen Forschung in den Blick.