Selbstverantwortung und Psychotherapie
摘要
Selbstverantwortung ist eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg jeder Psychotherapie. Patient*innen mit hoher Selbstverantwortung profitieren stärker, während jene mit Defiziten in diesem Bereich nur dann Fortschritte machen, wenn die Förderung eben dieser Selbstverantwortung zum Therapieziel wird. Psychotherapie zielt allgemein auf die Wiederherstellung verlorener oder die Entwicklung bisher nicht vorhandener Autonomie, unabhängig von Diagnose, Setting oder Methode. Dabei können kulturelle Hintergründe, passive Erwartungshaltungen sowie eine unzulässige Biologisierung der Erkrankung (z. B. die Betrachtung rein psychischer Störungen wie Depression als körperliche Erkrankungen) die Entwicklung von Selbstverantwortung hemmen. Auch die Haltung der Therapeut*innen spielt eine Rolle; zuweilen wird den Patient*innen zu wenig Selbstverantwortung zugetraut. Psychotherapie darf nicht zur „Lebensweise“ werden, sondern muss auf Veränderung krankmachender Bedingungen abzielen.