„Hi, wie war Dein Wochenende?“ Tom schaut Sie fragend an und kippt den letzten Automatenkaffee mit einem angewiderten Gesichtsausdruck runter. „Boah, der wird auch nicht besser.“ Sie schmunzeln: Jedes Mal regt sich Tom über das „miese Gebräu“ auf und jedes Mal holt er sich vor der Physikvorlesung wieder einen Becher voll davon. „Ganz okay“, beantworten Sie seine Frage. „Und Deins?“ „Aufregend“, sagt Tom und macht eine Pause. Sie wedeln mit der Hand in der Luft, um ihm klarzumachen, dass er doch bitte einfach weitersprechen soll. „Ich musste meine Tante in die Notaufnahme begleiten.“, löst er die Spannung. „Oh!“, damit haben Sie nicht gerechnet – mit Partygeschichten, Streit mit der Schwester oder sonst etwas, aber nicht mit einem Satz, in dem das Wort „Notaufnahme“ vorkommt. „Verdammt, das tut mir leid. Was ist passiert?“ Tom atmet tief ein und beginnt zu erzählen: „Am Samstag hat meine Mutter ihren Geburtstag nachgefeiert. Es waren echt viele Verwandte und Freunde da. Mein Vater hatte gerade den Grill angeschmissen, als Anne, meine Tante, die den ganzen Tag schon ungewöhnlich still war, plötzlich mehr oder weniger stöhnend zusammengebrochen ist. Wir haben uns alle furchtbar erschreckt und Anne ins Haus gebracht. Als sie auf dem Sofa lag, konnte sie vor Schmerzen fast gar nicht mehr reden. Meine Mutter wollte sofort den Notarzt rufen, aber da hat Anne abgewinkt, das wollte sie nicht. Irgendwann hat sie dann erzählen können, dass sie furchtbare Schmerzen im Rücken hat, die nach unten und in die Seite ziehen. Nicht die ganze Zeit, aber eben immer wieder. Zwischendurch hat sie gescherzt, wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie denken, sie kriegt gerade ein Kind, so fühle es sich an. Bei der nächsten Schmerzattacke wurde ihr dann auch noch schlecht und sie musste sich übergeben. Das hat meiner Ma gereicht und Anne war das auch nicht mehr geheuer, also haben mein Vater und ich Anne ins Krankenhaus gefahren. Der hat direkt einen Verdacht gehabt, der sich ein paar Untersuchungen später auch bestätigt hat. Mittlerweile geht es meiner Tante aber wieder besser, allein durch die Medikamente.“ Tom beendet seine Erzählung und deutet auf die Hörsaaltür: „Sollen wir?“, fragt er und macht einen Schritt auf den Eingang zu. Sie bleiben wie angewurzelt stehen und schauen Tom verständnislos und leicht verärgert an. Mit einem ungeduldigen Ton in der Stimme fragen Sie nach: „Und was hatte Deine Tante jetzt?“ Tom grinst und geht einen weiteren Schritt Richtung Tür: „Das, mein werter Kollege, kannst Du Dir ja mal überlegen, während wir der irrwitzigen Welt der Physik lauschen!“ „Thanks for nothing“, antowrten Sie sarkastisch – an einem Montagmorgen irgendwelche Rätsel lösen zu müssen, darauf haben Sie wirklich keine Lust. Trotzdem fängt es an, in Ihrem Kopf zu arbeiten und erste Symptome beginnen sich, zu einem Verdacht zu formieren …

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Nephrolithiasis

  • Martina Kahl-Scholz

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„Hi, wie war Dein Wochenende?“ Tom schaut Sie fragend an und kippt den letzten Automatenkaffee mit einem angewiderten Gesichtsausdruck runter. „Boah, der wird auch nicht besser.“ Sie schmunzeln: Jedes Mal regt sich Tom über das „miese Gebräu“ auf und jedes Mal holt er sich vor der Physikvorlesung wieder einen Becher voll davon. „Ganz okay“, beantworten Sie seine Frage. „Und Deins?“ „Aufregend“, sagt Tom und macht eine Pause. Sie wedeln mit der Hand in der Luft, um ihm klarzumachen, dass er doch bitte einfach weitersprechen soll. „Ich musste meine Tante in die Notaufnahme begleiten.“, löst er die Spannung. „Oh!“, damit haben Sie nicht gerechnet – mit Partygeschichten, Streit mit der Schwester oder sonst etwas, aber nicht mit einem Satz, in dem das Wort „Notaufnahme“ vorkommt. „Verdammt, das tut mir leid. Was ist passiert?“ Tom atmet tief ein und beginnt zu erzählen: „Am Samstag hat meine Mutter ihren Geburtstag nachgefeiert. Es waren echt viele Verwandte und Freunde da. Mein Vater hatte gerade den Grill angeschmissen, als Anne, meine Tante, die den ganzen Tag schon ungewöhnlich still war, plötzlich mehr oder weniger stöhnend zusammengebrochen ist. Wir haben uns alle furchtbar erschreckt und Anne ins Haus gebracht. Als sie auf dem Sofa lag, konnte sie vor Schmerzen fast gar nicht mehr reden. Meine Mutter wollte sofort den Notarzt rufen, aber da hat Anne abgewinkt, das wollte sie nicht. Irgendwann hat sie dann erzählen können, dass sie furchtbare Schmerzen im Rücken hat, die nach unten und in die Seite ziehen. Nicht die ganze Zeit, aber eben immer wieder. Zwischendurch hat sie gescherzt, wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie denken, sie kriegt gerade ein Kind, so fühle es sich an. Bei der nächsten Schmerzattacke wurde ihr dann auch noch schlecht und sie musste sich übergeben. Das hat meiner Ma gereicht und Anne war das auch nicht mehr geheuer, also haben mein Vater und ich Anne ins Krankenhaus gefahren. Der hat direkt einen Verdacht gehabt, der sich ein paar Untersuchungen später auch bestätigt hat. Mittlerweile geht es meiner Tante aber wieder besser, allein durch die Medikamente.“ Tom beendet seine Erzählung und deutet auf die Hörsaaltür: „Sollen wir?“, fragt er und macht einen Schritt auf den Eingang zu. Sie bleiben wie angewurzelt stehen und schauen Tom verständnislos und leicht verärgert an. Mit einem ungeduldigen Ton in der Stimme fragen Sie nach: „Und was hatte Deine Tante jetzt?“ Tom grinst und geht einen weiteren Schritt Richtung Tür: „Das, mein werter Kollege, kannst Du Dir ja mal überlegen, während wir der irrwitzigen Welt der Physik lauschen!“ „Thanks for nothing“, antowrten Sie sarkastisch – an einem Montagmorgen irgendwelche Rätsel lösen zu müssen, darauf haben Sie wirklich keine Lust. Trotzdem fängt es an, in Ihrem Kopf zu arbeiten und erste Symptome beginnen sich, zu einem Verdacht zu formieren …